Zum Inhalt springen
Alle Artikel

SEO-Optimierung: ein praktischer Leitfaden von der Technik bis zum Inhalt

Wie Google Seiten findet und rankt, was technisches SEO ist, wie Sie Core Web Vitals messen, für die Suchintention schreiben und mehrsprachige Websites aufsetzen.

Veröffentlicht
Lesezeit
9 Min. Lesezeit
Kategorie
SEO
Illustration: Suche mit Snippet-Vorschau, Core Web Vitals und Klicks aus der Suche

SEO (Search Engine Optimization) bedeutet, eine Website für Suchmaschinen verständlich und für suchende Menschen nützlich zu machen. Es geht nicht darum, einen Algorithmus auszutricksen. Ziel ist, dass Google Ihre Seite leicht findet, versteht und anzeigt, wenn jemand nach Ihrem Angebot sucht.

In diesem Leitfaden zeigen wir, wie die Suche funktioniert und was darüber entscheidet, ob Sie gefunden werden. Wir beginnen bei der Technik und gehen dann zu Ladezeit, Inhalten, Mehrsprachigkeit, strukturierten Daten und Messung. Am Ende steht eine Checkliste, die Sie für Ihre eigene Website durchgehen können.

So funktioniert die Suche

Google beschreibt die Suche in drei Schritten. Der erste ist das Crawling: Programme, sogenannte Crawler, folgen Links und entdecken neue und geänderte Seiten. Der zweite ist die Indexierung: Google analysiert Text, Bilder und Aufbau einer Seite und speichert sie im Index. Der dritte ist die Ausgabe der Suchergebnisse: Bei einer Suchanfrage wählt Google aus dem Index die Seiten, die am besten passen.

Daraus folgt eine wichtige Regel. Eine Seite, die nicht im Index ist, kann nicht in den Ergebnissen erscheinen, egal wie gut der Text ist. Deshalb beginnt SEO immer mit einer technischen Prüfung. In der Dokumentation How Search works schreibt Google außerdem, dass es kein Geld für ein besseres Ranking in den organischen Ergebnissen annimmt.

Das technische Fundament

Technisches SEO stellt sicher, dass ein Crawler eine Seite erreichen, lesen und ihre Haupt-URL erkennen kann. Besucher sehen davon nichts, doch ohne diese Grundlage kommen Inhalte nicht in die Suche.

Indexierung und robots.txt

Die Datei robots.txt legt fest, welche Bereiche einer Website Crawler aufrufen dürfen. Sie ist kein Werkzeug, um eine Seite aus den Ergebnissen fernzuhalten. Dafür gibt es die Anweisung noindex im Meta-Tag oder im HTTP-Header.

Ein häufiger Fehler entsteht beim Launch. Auf der Testversion wird noindex gesetzt und bleibt dann auch auf der Live-Website. Die Website ist online, aber in der Suche unsichtbar. Der Bericht zur Seitenindexierung in der Google Search Console zeigt solche Fehler und nennt für jede URL den Grund.

Sitemap und Canonical

Eine XML-Sitemap ist eine Liste der URLs, die in den Index sollen. Sie wird in der Search Console eingereicht und hilft Google, neue Seiten schneller zu finden. Sie sollte nur URLs enthalten, die funktionieren und nicht blockiert sind.

Dieselbe Seite ist oft unter mehreren URLs erreichbar: mit und ohne „www“, mit Tracking-Parametern oder mit Schrägstrich am Ende. Das Canonical-Tag sagt, welche URL die Hauptversion ist. So verteilen sich die Signale nicht auf mehrere Varianten derselben Seite.

Mobil, HTTPS und JavaScript

Google indexiert die mobile Version einer Website. Fehlt auf dem Smartphone Text, den es auf dem Desktop gibt, existiert dieser Text für die Suche praktisch nicht. Die Website sollte über HTTPS laufen und alte HTTP-Adressen korrekt weiterleiten.

Google kann JavaScript ausführen, doch Inhalte, die der Server direkt im HTML liefert, sind zuverlässiger. Für Websites, bei denen die Suche wichtig ist, setzen wir deshalb auf serverseitiges Rendering oder vorab erzeugte Seiten.

Ladezeit und Core Web Vitals

Die Core Web Vitals sind drei Kennzahlen von Google für die Nutzererfahrung. Sie messen Ladezeit, Reaktion auf Eingaben und visuelle Stabilität. Laut web.dev gelten diese Werte als gut:

  • LCP (Largest Contentful Paint): das größte sichtbare Element erscheint in 2,5 Sekunden oder schneller;
  • INP (Interaction to Next Paint): Reaktion auf Klick oder Eingabe in 200 Millisekunden oder schneller;
  • CLS (Cumulative Layout Shift): Verschiebung des Layouts von 0,1 oder weniger.

Maßgeblich ist das 75. Perzentil der Seitenaufrufe, getrennt für Mobilgeräte und Desktop. INP hat 2024 die frühere Kennzahl FID ersetzt. Daten aus echten Besuchen zeigen PageSpeed Insights und der Bericht zu den Core Web Vitals in der Search Console.

Die Ursachen langsamer Seiten sind meist dieselben:

  • zu große Bilder ohne modernes Format (WebP oder AVIF) und ohne feste Abmessungen;
  • Schriften, die die Anzeige von Text blockieren;
  • zu viele Skripte von Drittanbietern, etwa Chat, Werbung und Tracking;
  • eine langsame Serverantwort und Seiten, die bei jedem Aufruf ohne Cache neu erzeugt werden.

Die Ladezeit ist eines von vielen Signalen. Eine langsame Seite mit sehr gutem Inhalt kann trotzdem gut ranken. Eine schnellere Seite hält aber mehr Besucher, deshalb lohnt sich die Verbesserung fast immer.

Inhalte und Suchintention

Hinter jeder Suche steht eine Absicht. Manche wollen eine Information („Was ist SaaS“), manche suchen eine bestimmte Website, andere wollen kaufen oder anfragen („Webanwendung entwickeln lassen Wien“). Eine Seite sollte zur Absicht hinter der Anfrage passen und nicht nur deren Wörter enthalten.

Deshalb planen wir Inhalte nach Themen. Eine Seite behandelt ein Thema und eine Hauptabsicht. Jede Leistung bekommt eine eigene Seite, und Fragen vor dem Kauf gehören in Artikel oder FAQ.

Woher die Keywords kommen

Keywords denken wir uns nicht am Schreibtisch aus. Wir beginnen mit den Suchanfragen, die in der Search Console schon Besucher bringen, mit den Vorschlägen der Suche selbst und mit den Worten, mit denen Kunden ihr Problem im Gespräch beschreiben. Keyword-Tools geben eine grobe Vorstellung vom Suchvolumen.

Google empfiehlt Inhalte, die zuerst für Menschen geschrieben sind. Dieselbe Phrase in jedem Satz hilft nicht. Die Spam-Richtlinien von Google nennen das Keyword-Stuffing.

Title, Meta-Beschreibung und Struktur

Das Title-Element ist der wichtigste Text im Suchergebnis. Es sollte für jede Seite eindeutig, kurz und beschreibend sein, mit dem Thema am Anfang. Google schreibt es manchmal um, wenn es nicht zum Inhalt passt.

Die Meta-Beschreibung beeinflusst die Position nicht direkt. Google kann sie unter dem Titel anzeigen, eine gute Beschreibung bringt also mehr Klicks. Verwenden Sie auf jeder Seite eine H1 und logische Zwischenüberschriften H2 und H3. Bilder brauchen einen beschreibenden Alt-Text, URLs kurze Wörter statt Zahlen.

Mehrere Sprachen und Märkte

Viele Unternehmen sprechen mehrere Märkte an, etwa Österreich, Deutschland und die Schweiz oder den Balkan. Dann braucht jede Sprache eine eigene URL, zum Beispiel /de/, /en/ und /bs/. Die Sprache darf nicht nur von einem Cookie oder einer automatischen Weiterleitung abhängen, denn der Crawler muss jede Version erreichen können.

Hreflang-Angaben sagen Google, welche Seiten dasselbe Thema in einer anderen Sprache sind. Laut der Google-Anleitung zu lokalisierten Versionen muss jede Version sich selbst und alle anderen nennen. Verweisen zwei Seiten nicht gegenseitig aufeinander, werden die Angaben ignoriert. Für eine Sprachauswahl oder eine Startseite mit Weiterleitung gibt es den Wert x-default.

Eine Übersetzung sollte eine Lokalisierung sein. Kunden in Österreich, Deutschland und der Schweiz suchen teils mit unterschiedlichen Begriffen. Für lokale Leistungen zählt außerdem das Google-Unternehmensprofil, mit demselben Namen, derselben Adresse und Telefonnummer wie auf der Website.

Illustration: Website in drei Sprachen und CMS mit Veröffentlichung pro Sprache

Strukturierte Daten

Strukturierte Daten beschreiben eine Seite im Format schema.org, meist als JSON-LD. Sie sagen der Suchmaschine, was auf der Seite ist: ein Unternehmen, ein Artikel, ein Produkt oder der Pfad zur Seite. Darauf kann Google erweiterte Suchergebnisse aufbauen.

Die Angaben müssen dem entsprechen, was Besucher sehen. Eine besondere Darstellung garantieren sie nicht, und Google ändert auch, welche Arten es anzeigt. FAQ-Ergebnisse wurden 2023 auf wenige offizielle Websites beschränkt und 2026 aus der Suche entfernt. Wir setzen strukturierte Daten deshalb für Typen ein, die Google tatsächlich nutzt, und prüfen sie mit dem Test für Rich-Suchergebnisse.

Interne Links führen Besucher und Crawler durch die Website. Wichtige Seiten brauchen Links von anderen Seiten, mit einem beschreibenden Linktext statt „hier klicken“.

Links von anderen Websites sind weiterhin ein Vertrauenssignal. Gekaufte Links für ein besseres Ranking verstoßen gegen die Spam-Richtlinien von Google und können zu einer Abstrafung führen. Langfristig wirken Links, die von selbst entstehen: hilfreiche Leitfäden, Daten, die andere zitieren, Partner und Branchenverbände.

Messung in der Search Console

Die Google Search Console ist kostenlos und die wichtigste Datenquelle für SEO. Dort sehen Sie:

  • Klicks, Impressionen, CTR und durchschnittliche Position pro Suchanfrage und pro Seite;
  • welche Seiten indexiert sind, welche nicht und warum;
  • den Bericht zu den Core Web Vitals für Mobilgeräte und Desktop;
  • den Status einzelner URLs mit dem URL-Prüftool.

Neben der Search Console sollten Sie messen, was Besucher auf der Website tun: Anfragen, Anrufe und Anmeldungen. Erst dann wissen Sie, ob Besucher aus der Suche zu Aufträgen werden. Wählen Sie dafür eine Messung, die mit der DSGVO vereinbar ist. Die Wirkung von Inhalten zeigt sich nicht über Nacht, weil Google Seiten erneut crawlt und über die Zeit bewertet.

KI-Suche und SEO

Google zeigt neben den Ergebnissen auch KI-generierte Antworten, etwa AI Overviews und den AI Mode. In der Dokumentation zu den KI-Funktionen schreibt Google, dass dafür keine zusätzlichen Anforderungen und keine besonderen Optimierungen nötig sind. Eine Seite muss indexiert sein und mit einem Textausschnitt angezeigt werden dürfen.

Für die KI-Suche gelten also dieselben Grundlagen: eine erreichbare Seite, wichtige Inhalte als Text, interne Links und strukturierte Daten, die zur Seite passen.

Häufige Fehler

  • noindex aus der Testversion ist live geblieben;
  • robots.txt blockiert CSS und JavaScript, sodass Google die Seite nicht wie ein Besucher sieht;
  • derselbe Title und dieselbe Meta-Beschreibung auf allen Seiten;
  • wichtiger Text nur im Bild oder im PDF;
  • geänderte URLs ohne 301-Weiterleitung von alt auf neu;
  • Sprachversionen ohne gegenseitige Hreflang-Angaben;
  • eine einzige Seite, die für alle Leistungen gleichzeitig ranken soll;
  • gekaufte Links und Texte voller Keywords.

Checkliste

  1. Prüfen Sie den Bericht zur Seitenindexierung in der Search Console und die Gründe für nicht indexierte Seiten.
  2. Reichen Sie eine XML-Sitemap ein und prüfen Sie, dass sie nur gültige URLs enthält.
  3. Entfernen Sie noindex und Sperren in der robots.txt bei Seiten, die in die Suche sollen.
  4. Setzen Sie Canonical-Tags auf Seiten mit mehreren URLs.
  5. Messen Sie LCP, INP und CLS für Mobilgeräte in PageSpeed Insights.
  6. Verkleinern Sie Bilder und stellen Sie auf WebP oder AVIF um.
  7. Geben Sie jeder Seite einen eigenen Title, eine Meta-Beschreibung und genau eine H1.
  8. Legen Sie für jede Leistung eine eigene Seite mit einem Hauptthema an.
  9. Richten Sie für mehrere Sprachen eigene URLs und gegenseitige Hreflang-Angaben ein.
  10. Messen Sie Anfragen und Anrufe, nicht nur Besuche.

So arbeiten wir an SEO

Wir beginnen mit einem Audit von Technik, Ladezeit und Inhalten. Sie erhalten eine Liste der Probleme, sortiert nach Wirkung. Die Korrekturen setzen wir in Phasen um: zuerst alles, was die Indexierung blockiert, dann die Ladezeit, dann die Inhalte. Nach jeder Phase verfolgen wir die Daten in der Search Console.

Google rät in seinem Leitfaden zur Auswahl eines SEO zur Vorsicht bei allen, die Platz eins in den Ergebnissen versprechen.

Niemand kann Platz eins bei Google garantieren.

Unsere Aufgabe ist eine technisch saubere Website, Inhalte, die echte Fragen von Kunden beantworten, und eine Messung, die zeigt, was sich verändert hat. Mehr dazu finden Sie auf der Seite SEO-Optimierung. Wenn Sie eine neue Website planen, ist technisches SEO vom ersten Tag an Teil unserer Website-Entwicklung. Für ein Audit Ihrer Website senden Sie uns eine Anfrage.

Sie planen
ein Projekt?

Das Erstgespräch dauert 30 Minuten und ist kostenlos. Danach erhalten Sie ein Festpreisangebot, aufgeteilt in Phasen.