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Was ist SaaS und wie sieht der Weg von der Idee zum ersten Nutzer aus?

Was SaaS ist, wie Sie das Problem vor dem Code prüfen, was ins MVP gehört, was jedes SaaS ab dem ersten Tag braucht und was Sie messen sollten.

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Kategorie
SaaS
Illustration: Admin-Panel einer SaaS-Anwendung mit Abos, Teams und Rollen

Viele SaaS-Ideen entstehen aus einem Problem, das Gründer aus der eigenen Arbeit gut kennen. Von dieser Idee bis zum ersten Nutzer führen einige planbare Schritte, die wir hier der Reihe nach beschreiben. Am Ende wissen Sie, was die erste Version braucht und was Sie nach dem Start messen sollten.

Was SaaS bedeutet

SaaS steht für „Software as a Service“, also Software als Dienstleistung. Nutzer installieren nichts auf ihrem Rechner. Sie öffnen die Anwendung im Browser und zahlen ein Abo, meist monatlich oder jährlich.

Die Anwendung läuft auf Servern des Unternehmens, das das Produkt entwickelt hat. Dieses Unternehmen kümmert sich um Updates, Backups und Server, deshalb arbeiten Nutzer immer mit der aktuellen Version.

Ein zentrales Merkmal von SaaS: Eine Anwendung bedient viele Unternehmen. Jedes Unternehmen hat ein eigenes Konto, eigene Nutzer und eigene Daten. Ein Beispiel ist ein Buchungstool für mehrere Friseursalons, bei dem jeder Salon nur seinen eigenen Kalender sieht.

Erst das Problem prüfen

Der teuerste Fehler ist ein Produkt, das niemand braucht. Deshalb ist der erste Schritt das Gespräch mit Menschen, die das Produkt nutzen würden. Suchen Sie Personen aus Ihrer Zielgruppe, keine Freunde, die Sie aus Höflichkeit unterstützen.

Fragen Sie im Gespräch nach der Arbeit Ihres Gegenübers und erst am Ende nach Ihrer Idee. Finden Sie heraus, wie das Problem heute gelöst wird und wie viel Zeit das kostet. Interessant ist auch, was bereits ausprobiert und wieder aufgegeben wurde.

Diese Zeichen sprechen dafür, dass das Problem echt ist:

  • Die Leute beschreiben das Problem von selbst, ohne dass Sie es vorgeben.
  • Sie lösen es bereits irgendwie, etwa mit Excel, auf Papier oder per E-Mail.
  • Sie zahlen für die aktuelle Lösung mit Geld oder mit Arbeitszeit.
  • Sie sind bereit, die erste Version zu testen, sobald sie fertig ist.

Fehlen diese Zeichen, erfahren Sie das besser jetzt. In dieser Phase kostet eine Änderung der Idee nur ein paar Gespräche.

MVP-Umfang und Prototyp

Ein MVP (Minimum Viable Product) ist die kleinste Version eines Produkts, die erste Nutzer tatsächlich verwenden können. Es löst ein Hauptproblem für eine Nutzergruppe. Alles andere kommt auf die Liste für später.

Was in die erste Version gehört

  • der Kernablauf, der das Problem löst, von Anfang bis Ende;
  • Registrierung, Login und Bezahlung des Abos;
  • grundlegende Firmeneinstellungen und das Einladen von Kollegen ins Team;
  • ein einfacher Weg, Fehler zu melden oder Vorschläge zu senden.

Was warten kann

  • Integrationen mit anderen Tools, außer der einen, ohne die das Produkt keinen Sinn ergibt;
  • ausführliche Berichte und Diagramme;
  • eine eigene Smartphone-App, wenn die Webversion auf dem Handy gut funktioniert;
  • erweiterte Berechtigungen, Sondertarife und Rabatte.

Stellen Sie sich eine Zeiterfassung für Bauunternehmen vor. Ins MVP gehören die Erfassung der Stunden pro Baustelle und eine Monatsübersicht pro Mitarbeiter. Der Export in die Lohnabrechnung und eine App fürs Handy folgen in der zweiten Phase.

Jede Funktion im MVP sollte auf etwas zurückgehen, das Nutzer in den Gesprächen gesagt haben.

Klickbarer Prototyp

Vor der Entwicklung entsteht ein klickbarer Prototyp. Das sind gestaltete Screens, die so verknüpft sind, dass man sich wie in einer echten Anwendung durchklicken kann. Dahinter stehen weder Datenbank noch Logik.

Zeigen Sie den Prototyp denselben Menschen, mit denen Sie gesprochen haben. Geben Sie ihnen eine Aufgabe, etwa „Erfassen Sie Ihre Stunden von gestern“. Beobachten Sie dann, wo sie stocken. Eine Änderung im Prototyp ist viel günstiger als eine Änderung im fertigen Code.

Illustration: klickbarer Prototyp in Figma mit drei verknüpften Screens und Designsystem

Grundlagen ab dem ersten Tag

Diese Bausteine braucht jedes SaaS. Sie lassen sich später nur schwer ergänzen, planen Sie sie deshalb von Anfang an ein.

  • Nutzerkonten. Registrierung, Login, Zurücksetzen des Passworts und Bestätigung der E-Mail-Adresse.
  • Rollen. Der Kontoinhaber verwaltet Abo und Nutzer, die übrigen Teammitglieder arbeiten in der Anwendung.
  • Getrennte Daten pro Unternehmen. Jeder Datensatz gehört genau einem Unternehmen, und die Anwendung prüft bei jedem Schritt den Zugriff. Ein Fehler bei dieser Mandantentrennung bedeutet, dass ein Unternehmen fremde Daten sieht. Das ist ein Sicherheits- und ein Rechtsproblem.
  • Abo-Zahlung. Tarife, Testphase, Rechnungen und Kündigung. Kartendaten speichert der Zahlungsdienstleister, nicht Ihre Anwendung.
  • Admin-Bereich. Ihr Team sieht dort Unternehmen, Abos und Nutzer. Supportanfragen lassen sich ohne manuelle Eingriffe in die Datenbank lösen.
  • E-Mail-Benachrichtigungen. Willkommensmail, Teameinladung, Rechnung, Erinnerung vor Ende der Testphase und Hinweis bei fehlgeschlagener Zahlung.

Rechtliches Minimum

Ein SaaS verarbeitet Daten anderer Menschen und Unternehmen. Vor dem ersten Nutzer brauchen Sie deshalb einige Dokumente.

  • Nutzungsbedingungen. Sie regeln, was der Dienst umfasst, wie Bezahlung und Kündigung funktionieren und wer wofür haftet.
  • Datenschutzerklärung. Sie nennt die personenbezogenen Daten, die Sie erheben, den Zweck und die Speicherdauer. Außerdem beschreibt sie die Rechte der Nutzer.
  • DSGVO. Die Datenschutz-Grundverordnung der EU gilt, wenn Sie personenbezogene Daten von Personen in der EU verarbeiten. Das betrifft auch Anbieter außerhalb der EU, die ihren Dienst Nutzern in der EU anbieten.
  • Auftragsverarbeitungsvertrag (AVV). Ihre Kunden speichern in Ihrer Anwendung Daten ihrer Mitarbeitenden oder ihrer eigenen Kunden. Sie verarbeiten diese Daten in deren Auftrag, und Art. 28 DSGVO verlangt dafür einen Vertrag.

Der AVV beschreibt, welche Daten Sie verarbeiten, zu welchem Zweck und wie Sie sie schützen. Ihre Kunden müssen auch wissen, welche externen Dienste Sie einsetzen, etwa für Hosting oder E-Mail-Versand.

Für die Schweiz ist zusätzlich das Datenschutzgesetz (DSG) zu beachten. In Deutschland und Österreich brauchen Website und Anwendung außerdem ein Impressum. Lassen Sie die Texte von einer Kanzlei prüfen, die Ihren Zielmarkt kennt. Die Anwendung muss den technischen Teil abdecken: Zustimmung bei der Registrierung, Datenexport und Löschung des Kontos.

Erste Nutzer und Kennzahlen

Beta mit einer kleinen Gruppe

Ihre ersten Nutzer kennen Sie oft schon aus den Gesprächen vom Anfang. Bieten Sie ihnen einen Beta-Zugang an, mit der klaren Absprache, dass Sie Feedback erwarten.

Sammeln Sie Feedback regelmäßig und an einem Ort. Notieren Sie die Wünsche der Nutzer und klären Sie vor der Umsetzung, welches Problem dahintersteht.

Was Sie messen sollten

Verfolgen Sie ab dem ersten Tag einige grundlegende Kennzahlen. Hier stehen die Definitionen. Passende Zielwerte hängen von Ihrem Produkt ab.

  • Aktivierung ist der Moment, in dem ein neuer Nutzer zum ersten Mal einen Nutzen aus dem Produkt zieht. Diesen Moment legen Sie fest, etwa die ersten erfassten Stunden. Die Aktivierungsrate ist der Anteil neuer Nutzer, die ihn erreichen.
  • Retention (Kundenbindung) ist der Anteil der Nutzer, die das Produkt nach einem festgelegten Zeitraum seit der Registrierung noch verwenden.
  • Churn (Abwanderung) ist der Anteil der Nutzer oder Unternehmen, die in einem bestimmten Zeitraum ihr Abo kündigen.
  • MRR (Monthly Recurring Revenue) ist der monatlich wiederkehrende Umsatz. Er ist die Summe der Monatsbeträge aller aktiven Abos.

Am Anfang sind die Zahlen klein, deshalb hat jeder einzelne Nutzer viel Gewicht. Lesen Sie neben den Zahlen auch die Gespräche. Wenn jemand kündigt, fragen Sie nach dem Grund und notieren Sie die Antwort.

Mehr über unsere Arbeit lesen Sie auf den Seiten SaaS-Entwicklung und UI/UX-Design. Das Erstgespräch dauert 30 Minuten und ist kostenlos. Danach erhalten Sie ein Festpreisangebot, aufgeteilt in Phasen. Vor der Entwicklung geben Sie einen klickbaren Prototyp frei. Jede Phase endet mit einer Demo, und Sie testen über einen echten Link. Der Code gehört Ihnen. Schreiben Sie uns und wir vereinbaren ein erstes Gespräch.

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